Ausgangssituation: Altersvorsorge eines Selbstständigen
Ein selbstständiger Unternehmer entschied sich im Jahr 2015 für eine private Altersvorsorge in Form der R+V Privatrente IndexInvest.
Das Produkt wurde mit folgenden Versprechen beworben:
- Attraktive Ertragschancen und Sicherheit
- Beteiligung am EURO STOXX 50
- Kapitalgarantie der eingezahlten Beiträge bis zum Rentenbeginn
- Funktionsweise der Anlage (vereinfacht)
Die Rendite sollte laut Produktkonzept auf drei zentralen Mechanismen beruhen:
- Indexpartizipation am EURO STOXX 50
- Gewinnbegrenzung (Cap) bei positiven Marktphasen
- Verlustschutz (0 %-Floor) bei negativer Entwicklung
Zusätzlich werden erzielte Gewinne jährlich gesichert („Lock-in“) und es besteht die Möglichkeit, alternativ auf eine sichere Verzinsung umzuschalten.
Ziel: Kombination aus Sicherheit und Renditechancen.
Die Realität nach 10 Jahren
Vertragsdaten
- Beginn: 01.08.2015
- Kündigung: 01.06.2026
- Monatlicher Beitrag: 490 €
Ergebnis der Anlage
| Kennzahl | Wert |
| Eingezahlte Beiträge | 60.760 € |
| Auszahlungsbetrag | 57.023,43 € |
| Effektive Rendite | -1,23 % p.a. |
Verlust insgesamt: 3.736,57 €
Kritische Bewertung
Trotz eines insgesamt sehr starken Kapitalmarktumfelds in den letzten 10 Jahren entwickelte sich die Anlage negativ.
Hauptkritikpunkte:
- Begrenzung der Gewinne durch den Cap
- Keine vollständige Partizipation an steigenden Märkten
- Komplexe Struktur und Kostenbelastung
- Sicherheitsmechanismen verhindern langfristig Rendite
Vergleich: Wissenschaftlich fundierte Kapitalanlage
Ein breit diversifiziertes, wissenschaftlich basiertes Weltportfolio hätte im gleichen Zeitraum:
- deutlich höhere Renditen ermöglicht
- das eingesetzte Kapital potenziell verdoppelt
Klassische Lehre der Finanzwissenschaft:
Langfristig ist breite Diversifikation bei niedrigen Kosten entscheidend für den Anlageerfolg.
Fazit: Sicherheit kann Rendite kosten
Die R+V IndexInvest zeigt exemplarisch:
- Garantien und Sicherheitsmechanismen haben ihren Preis
- Renditepotenziale werden oft systematisch begrenzt
- Komplexe Versicherungsprodukte schneiden langfristig häufig schlechter ab als einfache ETF-Strategien
Für langfristigen Vermögensaufbau sollten Anleger kritisch prüfen, ob scheinbare Sicherheit tatsächlich sinnvoll ist.
